Formen des Übergangs in den Ruhestand


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Bislang zeigte sich ein gesellschaftlicher Konsens hinsichtlich der frühzeitigen Beendigung des Arbeitslebens: Die staatliche Sozialpolitik schuf Auffangmöglichkeiten im Bereich der Alterssicherung, Arbeitgeber nutzten diese staatlichen Regelungen, um ihre Belegschaften zu verringern oder zu verjüngen, Gewerkschaften beton(t)en die Generationensolidarität mit jüngeren Arbeitnehmern und die betroffenen älteren Arbeitnehmer zeigten angesichts der finanziellen Absicherung eine hohe Akzeptanz für die frühzeitige Beendigung des Erwerbslebens. Mit Blick auf die betroffenen Personen wurde der Übergang in den Ruhestand in den Sozialund Verhaltenswissenschaften dagegen als ein "kritisches Lebensereignis" betrachtet, mit dem sich eine Vielzahl von Untersuchungen beschäftigte (zusammenfassend Maier 1997; Naegele 1992). In der Tat ist das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben in der Regel mit einer erheblich veränderten Einkommenssituation verbunden (s. dazu Kapitel 5). Hinsichtlich der individue llen Befindlichkeit zeigen sich jedoch bei den meisten Erwerbstätigen nach dem Berufsende keine negativen gesundheitlichen Folgen, auch wenn die veränderte Lebenssituation nicht unwesentliche Anpassungen der Werte, Orientierungen und des individuellen Tagesablaufs erfordert (Maier 2000). Die Antizipation des Übergangs vom Erwerbsleben in den "Ruhestand" sowie konkrete Pläne für die Gestaltung der Lebensphase nach dem Beruf sind dieser Anpassung an die veränderte Lebenssituation förderlich, wobei die Variabilität des Übergangs vom Erwerbsleben in die Rente bei Frauen sehr viel größer ist als bei Männern (Lehr & Niederfranke 1991; Niederfranke 1999; Saup & Mayring 1995). Merkmale der früheren Berufstätigkeit können die Anpassung an die veränderte Lebenssituation ebenfalls erleichtern: Höherer Handlungsspielraum sowie Entscheidungsmöglichkeiten sind also nicht allein für die Situation am Arbeitsplatz förderlich, sondern auch für die Gestaltung der nachberuflichen Lebensphase.

Als eine Alternative zum abrupten Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand werden in der gerontologischen und sozialpolitischen Diskussion Formen des gleitenden Übergangs in den Ruhestand diskutiert (Bäcker 1999a u. 1999b). Um sich verändernde Anforderungen des Arbeitsplatzes mit den sich wandelnden individuellen Kompetenzen und Ressourcen in Einklang zu bringen, kann es sinnvoll sein, Formen des gleitenden Ausstiegs aus dem Erwerbsleben zu ermöglichen. Aktuell sind mit Teilrente und Altersteilzeit Formen des gleitenden Ausstiegs aus dem Erwerbsleben geschaffen worden. Die Akzeptanz bezüglich der Teilrente ist allerdings äußerst gering. Hinsichtlich der Altersteilzeit sind mit den am 01. Januar 2000 in Kraft getretenen Reformen am Altersteilzeitgesetz Rahmenbedingungen geschaffen worden, durch die die Möglichkeiten der Inanspruchnahme der Altersteilzeit erhöht werden sollen. Bislang überwogen offenbar die Nachteile, die sowohl für die betroffenen älteren Arbeitnehmer (finanzielle Nachteile, antizipierter Statusverlust, wenig attraktive Teilarbeitsplätze) als auch für die Betriebe (finanzielle Belastungen sowie hoher technisch-organisatorischer Aufwand) mit diesen Modellen verbunden waren.

 
link Gerontologie

Der Übergang in die Rente

Entwicklung der Rentenzugangspfade

Rentenzugangsgeschehen bei Männern

Rentenzugangsgeschehen bei Frauen

Formen des Übergangs in den Ruhestand

Entwicklung der Rentenzugangsmöglichkeiten

Fazit