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Haushalts- und Familienstrukturen

In diesem Abschnitt werden die Lebensformen und Familienkonstellationen älterer Menschen beschrieben und Aussagen zur vorhersehbaren zukünftigen Entwicklung getroffen. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, ob demnächst eine Erosion des familialen Netzwerk- potenzials in Form abnehmender Paarbindung und fehlender Kinder und Enkel zu erwarten ist.
Zum privaten Netzwerk eines Menschen gehören an erster Stelle Mitglieder des eigenen Haushalts. Sie besitzen eine hervorgehobene Position im Gefüge der privaten Beziehungen,
besonders im Hinblick auf die Intimität der Beziehung und die Gestaltung des Alltags.
Nach den Ergebnissen des Mikrozensus lebten im April 1998 in Deutschland 18,5 Millionen Menschen im Alter von 60 und mehr Jahren in Privathaushalten81 und etwa eine halbe Million in Einrichtungen, zu denen auch die der stationären Altenhilfe zählen. 82 Dies bedeutet,
dass rund 97 Prozent der älteren Menschen im eigenen Haushalt oder im Privathaushalt von
ihnen nahe stehenden Personen leben.
Erst im hohen Alter gewinnt das Leben im Heim quantitativ an Bedeutung. Im Jahr 1998 waren von den Frauen im Alter von 75 und mehr Jahren zwischen 10,3 Prozent (alte Bundesländer)
und 11,5 Prozent (neue Bundesländer) in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, von
den Männern dieses Alters jedoch nur rund 4,3 Prozent (vgl. Mai 2000). Von den über 90-
jährigen Männern und Frauen befindet sich nach den Ergebnissen der Pflegeversicherung ein knappes Viertel in stationären Einrichtungen (siehe Kapitel 3.1.4).
Auch die Lebenssituation der weitaus meisten Hochaltrigen ist dadurch gekennzeichnet, allein oder zusammen mit anderen im privaten Haushalt zu leben.
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