Sozialbeziehungen von Heimbewohnern


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Nach den Daten der Pflegever- sicherungsstatistik (vgl. Kapitel 3.1.4) und den Platzzahlen der Heimstatistik leben leben zwischen 536 und 660 Tausend Menschen, zumeist Frauen in einem sehr hohen Lebensalter, in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe. Diese Bewohnerinnen und Bewohner sind größtenteils alleinstehende Menschen. Vor diesem Hintergrund müssen die Befunde zu den sozialen Kontakten beurteilt werden. 70 Prozent der Heimbewohner haben häufige soziale Kontakte auf der Station, auf der sie leben. Die Kontaktpflege außerhalb des eigenen Wohnbereichs ist stark abhängig vom Mobilitäts- grad. Besuche von Verwandten oder Bekannten, die außerhalb der Einrichtung leben, erhält fast jeder zweite Heimbewohner in der Regel ein- bis mehrfach wöchentlich. Am häufigsten Besuch bekommen sie von den Kindern. Knapp 30 Prozent haben mindestens ein- bis mehrfach wöchentlich entsprechende Kontakte, weitere 20 Prozent mindestens ein- bis mehrfach monatlich (BMFSFJ 1997: 71- 72). Obgleich hochbetagte Bewohner nur selten regelmäßig an sozialen Aktivitäten außerhalb des Heimes teilnehmen, haben Studien gezeigt, dass Bewohnerinnen in zentral gelegenen Häusern - soweit sie mobil genug waren - ihre bisherigen Lebensvollzüge zumindest teilweise aufrechter- halten können und auch häufiger besucht werden. Eine periphere Lage des Heims erwies sich als ungünstig für die Aufrechterhaltung von Außenbeziehungen (Schönberger 1998: 74-75). Diese Befunde sollten bei der Standortplanung von Heimneubauten dringend beachtet werden.

Fast 10 Prozent der Heimbewohner haben selten oder nie Kontakte zu anderen Mitbewohnern oder zu Personen außerhalb der Einrichtung. Auffällig ist, dass es sich hierbei nicht primär um Personen mit vergleichsweise größerem Pflegebedarf oder ausgeprägten psychischen Störungen handelt (Schneekloth & Müller 1997: 71-72).

Eine Studie in zwei Berliner Heimen, die sich ebenfalls mit den sozialen Beziehungen der Heimbewohner befasst, weist darauf hin, dass die professionellen Pflegekräfte auch einzelne Funktionen sozialer Beziehungspartner für die alten Frauen und Männer übernehmen. Beratung zu gesundheitlichen Problemen, Vermögens- und Behördenangelegenheiten, Informieren über Veranstaltungen sowie über Veränderungen auf der jeweiligen Station und innerhalb der Einrichtung sind Beispiele für soziale Unterstützungs- leistungen, wie sie am häufigsten von den Pflegenden für die Bewohner erbracht werden. Demgegenüber spielen Pflegekräfte für den emotionalen Rückhalt trotz der Vielfalt der Kontakte zu den Bewohnern eine unbedeutende Rolle (Winter 1997).

 
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