Einbußen


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Biologisches Altern bringt eine Reduktion der meisten Organfunktionen und der Kapazität für psycho-physische Leistungen mit sich. Zu nennen sind hier Einbußen der Körperkraft, Nachlassen der Sinnesleistungen sowie Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Bei älteren Arbeitnehmern werden längere Fehlzeiten (bei einer geringeren Zahl von Krankmeldungen) beobachtet; jüngere Arbeitnehmer fehlen dagegen häufiger, aber mit jeweils kürzeren Fehlzeiten. Auch im Bereich der Fähigkeiten zeigen sich Alterseffekte: Die Bereiche der "fluiden" Intelligenz wie Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Reaktionsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis und selektive Aufmerksamkeit nehmen mit dem Alter ab (die entsprechenden Korrelationen rangieren zwischen 0,2 und 0,5, sind mithin von mittlerer Größe). Dagegen sind die Bereiche der "kristallinen" Intelligenz – wie Wissen und Erfahrung – altersstabil oder nehmen, bis in das mittlere Erwachsenenalter sogar zu.

Der Abbau beruflicher Leistungsfähigkeit muss allerdings kein zwangsläufiges Ergebnis biologischen Alterns sein. Vielmehr kann dies durch Belastungen am Arbeitsplatz bedingt sein. Ein höheres Gesundheitsrisiko ergibt sich aus der Dauer von physisch und psychisch bela stenden Arbeitsplatzanforderungen, denen Arbeitnehmer im Verlauf ihrer Berufsbiografie ausgesetzt sind. Nicht allein köperliche belastende Berufe können Gesundheitsrisiken, sondern auch emotional-motivationaler Verschleiß im Umgang mit Menschen ("burn-out"-Syndrom). Indikatoren für beruflich bedingtes Gesundheitsrisiko sind beispielsweise die Rentenzugänge wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.

Schließlich ist das (De-)Qualifizierungs-Risiko im Zusammenhang mit Einbußen bei älteren Arbeitnehmern zu diskutieren. Wissensveraltung tritt bei schnellem technologischen Wandel in verschiedensten Berufs- und Wirtschaftszweigen auf und vermindert die Produktivität älterer Arbeitnehmer, die berufsbezogenes Wissen und relevante Fertigkeiten zu Beginn ihrer Berufskarriere erworben haben. Allerdings hängt die Qualifikation älterer Arbeitnehmer auch von der kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung ab, die innerhalb von Unternehmen bislang zu wenig gefördert wird. Beeinträchtigungen der Lernfähigkeit bei älteren Arbeitnehmern können in der Regel durch geeignete didaktische Maßnahmen aufgefangen werden.

 
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