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Erwerbsbeteiligung in den alten Bundesländern

Die Erwerbsquote der (deutschen) Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren betrug im April 1998 bei den Männern 80,5 Prozent. Deutlich mehr verheiratete Männer (84,9 %) waren in das Erwerbsleben einbezogen als ledige (73,7 %) oder verwitwete bzw. geschiedene Männer (79,4 %). Die Erwerbsbeteiligung der Frauen in den alten Bundesländern lag deutlich unter jener der Männer. Von den 19,7 Mio. Frauen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren waren 61,9 Prozent erwerbstätig bzw. erwerbslos. Hinsichtlich des Familienstandes zeigte sich ebenfalls ein deutlich anderes Erwerbsverhalten. Hier waren die Erwerbsquoten der ledigen Frauen (66,1 %) sowie der verwitweten bzw. geschiedenen Frauen (64,5 %) deutlich höher als die der verheirateten Frauen (59,6 %). Betrachtet man das Erwerbsverhalten der Bevölkerung im Zeitverlauf, so ist die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Männer tendenziell rückläufig (1975: 85,3 %, 1998: 80,5 %). Demgegenüber hat die Erwerbsbeteiligung von Frauen erheblich zugenommen (1975: 47,3 %, 1998: 61,9 %). Bei den Frauen sind dabei je nach Familienstand unterschiedliche Entwicklungslinien zu beobachten: Ledige Frauen in den alten Bundesländern sind am häufigsten am Erwerbsleben beteiligt, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Bei den verheirateten sowie den geschiedenen bzw. verwitweten Frauen stieg die Erwerbsbeteiligung.
Betrachtet man die Erwerbsquoten von Männern der höheren Altersgruppen im Zeitverlauf, so erkennt man einen deutlichen Rückgang der Erwerbsquote mit höherem Lebensalter. Im Zeitverlauf wird deutlich, dass die Erwerbsbeteiligung der höheren Altersgruppen (55 bis 64 Jahre) beständig, allerdings mit leichten Schwankungen, abgenommen hat. Während in den Altersgruppen der 45- bis 54-jährigen Männer die Erwerbsbeteiligung während des gesamten Zeitraums bei über 90 Prozent lag, ging sie bei den 55- bis 59-Jährigen auf unter 80 Prozent zurück. Ganz deutlich wird der historische Rückgang der Erwerbsbeteiligung bei den 60- bis 64-Jährigen: Während ihre Erwerbsquote vor einem Vierteljahrhundert noch knapp 60 Prozent betrug, beträgt diese seit 1985 nur wenig mehr als 30 Prozent. Die Erwerbsquoten in den höheren Altersgruppen sind für alle Männer unabhängig vom Familienstand sehr ähnlich.
Die altersspezifischen Erwerbsquoten bei den Frauen unterscheiden sich je nach Familienstand erheblich voneinander, wobei im Folgenden nur die Situation verheirateter und lediger Frauen verglichen wird. In den alten Bundesländern sind verheiratete Frauen weniger stark am Erwerbsleben beteiligt als Männer (und als ledige Frauen). Allerdings hat die Erwerbsbeteiligung verheirateter Frauen im historischen Verlauf stark zugenommen (Abbildung 2). Dies gilt auch für die höheren Altersgruppen: Die Erwerbsbeteiligung der 45- bis 49-Jährigen stieg am stärksten (1975: etwa 40 %, 1998: knapp 73 %), aber auch bei der Altersgruppe der 55 bis 60-Jährigen ist eine starke Zunahme zu verzeichnen (1975: etwa 30 %, 1998: knapp 47,5 %). Allein die höchste Altersgruppe (60 bis 64 Jahre) zeigt eine Erwerbsbeteiligung auf konstant niedrigem Niveau.
Der Verlauf der Erwerbsquoten bei ledigen Frauen ähnelt jenen von Männern, allerdings sind die Erwerbsquoten insgesamt geringer: In der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen lag die Erwerbsquote im gesamten Zeitraum über 80 Prozent und bei den 55- bis 59-Jährigen bei über 70 Prozent. Ähnlich wie bei den Männern ist die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen sehr niedrig: Sie beträgt seit 1985 etwa 20 Prozent.
Für die Betrachtung der Erwerbsbeteiligung im Alter sind auch die Erwerbsquoten der ab 65- Jährigen von Interesse. Die Quote erreicht in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen im Jahr 1998 einen Wert von 8,2 Prozent. Die Erwerbsquote der Frauen ab 65 Jahren liegt im Jahr 1998 unter 2 Prozent. Um diesen Wert schwankt die Erwerbsbeteiligung der Frauen dieses Alters seit 1991.
28 Angesichts der verlängerten schulischen Ausbildung und dem gestiegenen Anteil derjenigen, die studieren, könnte man die untere Altersgrenze auch höher ansetzen, z.B. bei 20 Jahren. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass von den 15- bis 19-Jährigen 28 Prozent erwerbstätig sind (1998). In der amtlichen Statistik werden die Ergebnisse zur Erwerbsbeteiligung in der Regel ab dem Alter von 15 Jahren ausgewiesen. Konstant bleibende Alterskategorien erleichtern auch die Betrachtung der längerfristigen Entwicklung anhand von Zeitreihen.
29 Alle erwerbsstatistischen Angaben zu den "alten Bundesländern" beziehen sich auf die Bundesrepublik
Deutschland nach dem Gebietsstand bis zum 03.10.1990 und schließen Berlin-West ein.
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