Pflegequalifizierung im Wandel

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(a) Berufliche Bildung in den Pflegeberufen

Für die Übernahme einer Berufstätigkeit im Pflege-/Sozialwesen stehen heute eine Reihe von Qualifizierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Folgende Qualifikationsebenen und –inhalte lassen sich voneinander unterscheiden (s. Übersicht 3-7):


Übersicht 3-7: Pflegespezifische Qualifikationsebenen und -inhalte

Qualifikationsebenen Qualifikationsinhalte (Auswahl)
Hochschulausbildung Pflegewissenschaftliche Promotion und Habilitation
Postgraduiertenstudium: Public Health mit Schwer-
punkt Pflegewissenschaft
Universitäts-, Fachhochschulstudium: Pflege, Pflege-
management, -pädagogik, -wissenschaft, Lehramt
mit beruflicher Fachrichtung
Fort- und Weiterbildung i.S. von Aufstiegsfortbildungen: Lehre und Leitung
in der Pflege
i.S. von fachlicher Spezialisierung: z. B. Anästhesie/
Intensivpflege, psychiatrische Pflege
Berufsausbildung zur Pflegefachkraft Kranken-, Kinderkranken-, Entbindungs-, Alten-,
Heilerziehungspflege
Berufsausbildung zur Pflegehilfskraft z. B. Kranken-, Alten- und Heilerziehungspflegehilfe
Trägerspezifische Qualifizierung z. B. Hauspflege

Die berufliche Bildung in den Pflegeberufen ist durch ihre Sonderstellung im bundesdeutschen Bildungswesen charakterisiert. Sie ist weder eine Ausbildung im Sinne des dualen Systems noch eine Berufsfachschulausbildung im Sinne der Landesschulgesetze. Wie Tabelle 3-26 zeigt, werden Schüler/innen im Berufsfeld Pflege überwiegend an Ausbildungsstätten besonderer Art – den so genannten Schulen des Gesundheitswesens – ausgebildet. Das heißt, pflegerische Bildung wird bis heute nicht durchgängig als öffentliche Bildungsaufgabe gesehen und finanziert. Traditionell stehen die meisten Ausbildungseinrichtungen in freigemeinnütziger Trägerschaft, lediglich ein geringer Teil wird öffentlich oder privat getragen. Die Finanzierung der Ausbildung speist sich aus unterschiedlichen Quellen, z.B. aus Pflegesätzen der Krankenhäuser oder aus öffentlicher Förderung (vgl. Robert Bosch Stiftung 1996).


Tabelle 3-26: Schülerinnen u. Schüler im Berufsfeld Pflege nach Schularten, 1998/99

Beruf/ Fachrichtung Schulen des Gesundheitswesens 1) Berufsfachschulen Fachschulen Schüler/innen
insgesamt
Krankenpflege 57.839 7.868 - 65.707
Kinderkrankenpflege 6.993 951 - 7.944
Hebammen 1.637 211 - 1.848
Krankenpflegehilfe 1.972 188 - 2.160
Altenpflege 2) 12.888 8.353 16.076 37.317
Heilerziehungspflege 47 - 10.142 10.189
Familienpflege 715 649 1.178 2.542
Insgesamt 82.091 18.220 27.396 127.707

1) ohne Hessen      2) darunter 23 Altenpflegehelfer/innen an Berufsfachschulen

Quelle: Statistisches Bundesamt 1999a



Tabelle 3-27 zeigt die Verteilung von Auszubildenden im Berufsfeld Pflege nach Berufsrichtung. Danach bilden die Krankenpflegeschüler/innen die weitaus größte Auszubildendengruppe, gefolgt von den Altenpflegeschüler/innen. Die Mehrheit der Auszubildenden sind - wie bei den Erwerbstätigen - Frauen: Sowohl in der Kinderkrankenpflege als auch in der Familienpflege und bei den Hebammen liegt der Anteil weiblicher Auszubildender bei über 95 Prozent. In der Altenpflege und der Krankenpflegehilfe sind über 80 Prozent der Lernenden Frauen und im Bereich der Krankenpflege über 75 Prozent. Tabelle 3-27 zeigt auch, dass sich die Zahl der Auszubildenden im Berufsfeld Pflege eher reduziert als erhöht hat.


Tabelle 3-27: Schülerinnen und Schüler im Berufsfeld Pflege nach Berufsrichtungen,1997/98

Berufsrichtung Schüler/innen 1997/98 1) Schüler/innen 1998/99 2) Bilanz
Krankenpflege 66.736 65.707 - 1.029
Kinderkrankenpflege 8.507 7.944 - 563
Hebammen 1.836 1.848 + 12
Krankenpflegehilfe 2.171 2.160 - 11
Altenpflege 3) 38.116 37.317 - 799
Heilerziehungspflege 9.731 10.189 + 458
Familienpflege 2.288 2.542 + 254
Insgesamt 129.385 127.707 - 1.678

1) ohne Hessen und Thüringen.     2) ohne Hessen .    3) inklusive Altenpflegehelferinnen/ -helfer.

Quelle: Statistisches Bundesamt 1999a

 
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