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Akademische Qualifizierung im PflegebereichIm Vergleich zu anderen Ländern setzte die Akademisierung der Pflegeberufe in Deutschland mit großer zeitlicher Verzögerung ein. Gegenwärtig gibt es über 40 pflegebezogene Studiengänge (vgl. DV Pflegewissenschaft 1998; Schaeffer 1998b). Die meisten sind an Fachhochschulen angesiedelt, lediglich 5 werden auf Universitätsebene angeboten. Das Studiengangsangebot gliedert sich in drei Schwerpunktbereiche auf:
Hinsichtlich ausgewählter Strukturdaten lassen sich die Studiengänge wie folgt charakterisieren:
Wenn auch die Akademisierung mittlerweile überwiegend positiv bewertet wird und mit ihr große Hoffnungen auf eine weitergehende Professionalisierung und Verbesserung der Ausbildungs- und Berufspraxis verbunden werden, ruft sie auch kritische Resonanzen hervor, die u.a. auf Probleme in folgenden Bereichen aufmerksam machen: Nachwuchsförderung Infolge der derzeit noch rudimentären Entwicklung der Pflegewissenschaft dominieren in vielen Studiengängen deren Bezugswissenschaften (i.w. Sozial- und Geisteswissenschaften). Gravierende Änderungen sind hier erst und nur dann zu erwarten, wenn eine hinreichende Zahl von Pflegewissenschaftlern/innen mit entsprechender Expertise zur Verfügung steht. Dies setzt eine adäquate Nachwuchsförderung voraus. Um diese zu ermöglichen, ist der derzeitige universitäre Ausbau von Pflegewissenschaft und die Zahl dort besetzter pflegewissenschaftlicher Lehrstühle zu gering. Zudem macht sich eine generelle Strukturschwäche des deutschen Hochschulsystems bemerkbar: Auf der Ebene der Nachwuchsförderung – speziell der Promotions- und Habilitationsförderung – fehlen geeignete promotionsvorbereitende und Post-Doc-Programme. Die Folgen dessen zeigen sich etwa daran, dass promotionsinteressierte Pflegewissenschaftler/innen in das Ausland abwandern (vgl. Schaeffer & Bartholomeyczik 1999). Wissenschaftsentwicklung und Forschungsförderung Geschaffen wurden zunächst Studiengänge, denen die Konstituierung einer eigenständigen Wissenschafts- disziplin dann folgen sollte. Faktisch wurde damit der zweite Schritt vor dem ersten getan, in der Hoffnung, den ersten nachholen zu können. Doch eben diese Weichenstellung erweist sich als schwierig: Sie unterminiert die Wissenschaftsent- wicklung, die ihrerseits notwendig ist, um der begonnenen Akademisierung Substanz zu verleihen und die sich in der Pflege stellenden Entwicklungsherausforderungen auf wissenschaftlicher Ebene bearbeiten zu können. Die dazu erforderlichen infrastruk- turellen Bedingungen zu schaffen, ist eine vielfach angemahnte Aufgabe (vgl. Robert Bosch Stiftung 1996), die nach wie vor zur Lösung ansteht. Es mangelt derzeit nicht nur an einem angemessenen universitären Ausbau von Pflegewissenschaft, sondern auch an einer adäquaten Forschungsförderung. Diese zeichnet sich gegenwärtig allenfalls schemenhaft ab. Bundesweit fehlt es an hinreichenden strukturellen und materiellen Ressourcen für Pflegeforschung – sei es auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Forschung wie auf dem der Grundlagenforschung. Die Behebung dessen ist auch deshalb dringend erforderlich, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich der auf diesem Gebiet unzweifelhaft vorhandene internationale Entwicklungsrückstand zu zementieren droht26. Studiengänge Der curriculare Aufbau der Studiengänge ist als relativ willkürlich und unsystematisch zu bezeichnen, was in Anbetracht ihres "explosionsartigen" Entstehens nicht wundert. Hier bedarf es einer fundierten Evaluationsarbeit bzw. –forschung, um gegenwärtig zu konstatierende Mängel auszugleichen bzw. zu beheben. In vielen Studiengängen wird zudem den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, die einst auslösendes Moment für die Akademisierung waren, zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. So etwa finden die Konsequenzen des Strukturwandels des Alters oder der epidemiologischen Transition – der Zunahme heute dominanter chronischer Erkrankungen – in den Studiengangscurricula noch keineswegs einen ihrer Bedeutung angemessenen Stellenwert. Generell wurde in Deutschland eine "auf den Kopf gestellte" Studiengangsstruktur geschaffen. Während in vielen anderen Ländern die Akademisierung der Pflege damit begann, dass die Berufsausbildung auf akademisches Niveau gehoben wurde, dem sich dann spezialisierte Studienprogramme anschlossen, wurde die Pflegeausbildung in Deutschland auf ihrem Niveau belassen und die (fach)hochschulische Qualifizierung für gehobene Positionen (Pflegemanagement, -pädagogik) eingeleitet. 26 In den USA gehört Pflegeforschung seit mehr als 50 Jahren zu den gesundheitspolitisch relevanten Forschungsgebieten. |
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Ambulante PflegeFinanzierung ambulanter PflegeleistungenEntwicklungsstand und –trends in der ambulanten PflegeLeistungsfähigkeit und Grenzen ambulanter Pflege nach Einführung des SGB XIProbleme spezieller NutzergruppenFazitTeilstationäre pflegerische Versorgung: TagespflegeQuantitative Entwicklung des AngebotesTagespflege als Leistung des SGBZielgruppen der TagespflegeProbleme und PerspektivenStationäre pflegerische Versorgung älterer Menschen – ausgewählte AspekteStatistische Angaben zu den HeimenDie Bewohner der HeimeDie Beschäftigten in den stationären EinrichtungenPflegequalität und PflegestandardsHeime – Sichere Orte des Lebens im Alter?AusblickPflegequalifizierung im WandelBerufliche Bildung in der AltenpflegeWeiterbildung in pflegerischen BerufenAkademische Qualifizierung im Pflegebereich |
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