Zielgruppen der Tagespflege

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Die Kombination von Leistungen der Angehörigen, ambulanten Diensten und der Tagespflege ist sicherlich nicht für alle pflegebedürftigen Personen geeignet. Sie scheint jedoch vor allem für psychisch kranke Menschen mit Pflegebedarf sehr sinnvoll zu sein (Zimber und Weyerer 1999). Bestimmte gegenwärtig angewandte Kriterien führen zu Einschränkungen bei der Aufnahme von Nutzern in die Tagespflege. So muss u.a. der Weg von der Wohnung des Pflegebedürftigen in die Tagespflege (und evtl. zu weiteren notwendigen Dienstleistern) in tragbarer Zeit (max. 30 Minuten je Wegstrecke) überwunden werden können. Die fehlende "Transportfähigkeit" der Nutzer wird von der Praxis als Ausschlusskriterium genannt; doch dies ist nicht trennscharf, weil die Transportfähigkeit auch abhängig ist von der Qualität der Transportmittel, ihrer Ausstattung und des Begleitpersonals. Tagespflegeeinrichtungen können in der Regel auf behindertengerechte Fahrzeuge zugreifen, die auch schwer gehbehinderten und auf den Rollstuhl angewiesenen Personen angemessene Transportmöglichkeiten bieten.

Ausschließen kann man, dass Tagespflege bei ständig bettlägerigen Personen erbracht wird, während vorübergehende Ruhenotwendigkeit kein Hindernis für die Nutzung der Tagespflege ist, denn die Tagespflegeeinrichtungen verfügen in der Regel über Liegemöglichkeiten. Suchtabhängige Personen können in der Regel nicht aufgenommen werden, denn dies verlangt eine so intensive und so qualifizierte Begleitung, dass die Mehrzahl der Tagespflegeeinrichtungen mit der Pflege dieser Personengruppen überfordert wäre.

Zahlreiche Tagespflegeeinrichtungen haben überwiegend Menschen mit Demenz als Nutzer, manche verstehen sich explizit als Einrichtungen für diese Personengruppe. Nach den Ergebnissen einer jüngeren Studie aus NRW (Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen 1997) werden dort ca. zwei Drittel der Nutzer als psychisch krank eingeschätzt. Die Angaben sind noch mit Vorsicht zu bewerten, denn sie beruhen auf Angaben der Mitarbeiter der Tagespflegeeinrichtungen, die diese aus den persönlichen Unterlagen der Nutzer entnommen haben. Sie bedürfen der Überprüfung. Eine „integrative” Pflege körperlich kranker und psychisch kranker Pflegebedürftiger ist auf Grund der Erfahrungen zahlreicher Tagespflegeeinrichtungen schwierig und stellt sehr hohe Anforderungen an das Personal. Daher nimmt die Zahl der Einrichtungen zu, die sich spezialisieren.

Viele Tagespflegeeinrichtungen orientieren sich an einer unteren "Altersgrenze" von ca. 60 bis 65 Jahren. Die Mehrzahl der Nutzer bilden die Altersgruppen der über 80-jährigen Pflegebedürftigen der Pflegestufen I und II.

 
link Gerontologie

Ambulante Pflege

Finanzierung ambulanter Pflegeleistungen

Entwicklungsstand und –trends in der ambulanten Pflege

Leistungsfähigkeit und Grenzen ambulanter Pflege nach Einführung des SGB XI

Probleme spezieller Nutzergruppen

Fazit

Teilstationäre pflegerische Versorgung: Tagespflege

Quantitative Entwicklung des Angebotes

Tagespflege als Leistung des SGB

Zielgruppen der Tagespflege

Probleme und Perspektiven

Stationäre pflegerische Versorgung älterer Menschen – ausgewählte Aspekte

Statistische Angaben zu den Heimen

Die Bewohner der Heime

Die Beschäftigten in den stationären Einrichtungen

Pflegequalität und Pflegestandards

Heime – Sichere Orte des Lebens im Alter?

Ausblick

Pflegequalifizierung im Wandel

Berufliche Bildung in der Altenpflege

Weiterbildung in pflegerischen Berufen

Akademische Qualifizierung im Pflegebereich