altenbericht  
   
altenbericht

Vorwort

Download Altenbericht

Der "Dritte Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland" sollte auf Grund einer Empfehlung des Deutschen Bundestages eine allgemeine Bestandsaufnahme der Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland – unter Einbeziehung älterer Migrantinnen und Migranten – vornehmen, dabei auch die Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt würdigen und vor allem Empfehlungen in Bezug auf die als notwendig erachteten altenpolitischen Maßnahmen im kommenden Jahrzehnt erarbeiten.

Die Sachverständigenkommission wurde von der damaligen Bundesministerin für Familie,Senioren, Frauen und Jugend, Frau Claudia Nolte, eingesetzt und hatte am 8. Januar 1998 ihre konstituierende Sitzung. Sie trat zu insgesamt 20 ein- oder mehrtägigen Sitzungen zusammen und hat den Bericht am 20. Juni 2000 der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Christine Bergmann, übergeben.

Die Sachverständigenkommission hat sich dafür entschieden, das ihr gestellte Thema aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen, wobei sie der integrierten gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung, der materiellen Sicherung, der Gestaltung der Arbeitswelt sowie der Gestaltung der räumlichen, sozialen, infrastrukturellen und rechtlichen Umwelt gleiche Bedeutung im Hinblick auf die Erarbeitung von politischen Empfehlungen beimisst.

Die Sachverständigenkommission hat sich weiterhin dafür entschieden, das ihr gestellte Thema unter dem Gesichtspunkt der individuellen und gesellschaftlichen Ressourcen für ein selbstständiges, aktives und produktives Leben im Alter zu diskutieren. Sie stellt in den einzelnen Kapiteln dar, dass ältere Menschen über individuelle Ressourcen zur Aufrechterhaltung eines unabhängigen und aktiven Lebens verfügen und dass sie durch die Bereitstellung gesellschaftliche Ressourcen in ihrer Unabhängigkeit und Aktivität unterstützt werden können. Darüber hinaus hebt sie hervor, dass ältere Menschen durch ihre Ressourcen einen produktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten können. Gerade die potenziellen Ressourcen älterer Menschen für die Gesellschaft werden in der öffentlichen Diskussion oftmals übersehen. Die Kommission plädiert dafür, eine umfassendere und zugleich differenziertere Sicht des Alters zu entwickeln, die auch die gesellschaftlichen Potenziale in diesem Lebensabschnitt berücksichtigt.

Im vorliegenden Altenbericht wird einerseits die Verantwortung des Einzelnen für sein Alter, andererseits die Mitverantwortung der Gesellschaft für ein selbstständiges und aktives Leben im Alter betont - wobei diese Mitverantwortung in der materiellen Sicherung, in einer fachlich fundierten medizinisch-rehabilitativen und pflegerischen Versorgung, in einer altenfreundlichen Gestaltung der räumlichen, sozialen und infrastrukturellen Umwelt sowie in der Berücksichtigung von Bedürfnissen älterer Menschen bei der Gestaltung und Umsetzung des Rechts zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus wird im Altenbericht auf die erhöhte gesellschaftliche Mitverantwortung für jene Menschen hingewiesen, die ohne Hilfe nicht mehr in der Lage sind, ein selbstständiges und aktives Leben zu führen - deren Anteil nimmt im hohen Alter erkennbar zu.

Mit dem von der Kommission für diesen Altenbericht gewählten Titel: "Alter und Gesellschaft" sollen zum einen die gesellschaftlichen Ressourcen für das Alter, zum anderen die Ressourcen älterer Menschen für die Gesellschaft in den Vordergrund gestellt werden; letztere zeigen sich vor allem im Engagement älterer Menschen in Familienbeziehungen und nachbarschaftlichen Beziehungen sowie im Einsatz und Potenzial bürgerschaftlichen Engagements. Die Verantwortung für den Sachverständigenbericht trägt allein die Kommission. Einzelne Mitglieder der Kommission sowie der Geschäftsstelle der Kommission im Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) übernahmen die Federführung für bestimmte Kapitel bzw. Abschnitte des Berichts:

"Ressourcen des Alters aus individueller und gesellschaftlicher Perspektive": Herr Prof. Dr. Andreas Kruse;

"Altersbilder": Herr Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt;

"Gesundheit und Versorgungssystem als Ressource": Frau Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen- Thiessen (körperliche Gesundheit und Versorgung körperlich erkrankter Menschen), Herr Prof. Dr. Andreas Kruse (psychische Gesundheit und Versorgung psychisch erkrankter Menschen, Förder- undRehabilitationskonzepte für ältere Menschen mit Behinderung), Frau Prof. Dr. Doris Schaeffer (pflegerische Versorgung sowie Pflegequalifizierung), Herr Klaus Großjohann (teilstationäre und stationäre pflegerische Versorgung), Herr Heribert Engstler M.A. (statistische Angaben zur Pflegebedürftigkeit und behinderungsfreien Lebenserwartung), Herr Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke, Herr Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt und Herr Heribert Engstler M.A. (Perspektiven der Finanzierung einer integrierten Versorgung);

"Arbeit und Arbeitswelt als Ressource": Herr Priv.-Doz. Dr. Clemens Tesch-Römer;

"Ökonomische Ressourcen im Alter": Herr Prof. Dr. Winfried Schmähl;

"Soziale Ressourcen": Frau Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Herr Dipl.-Sozialwissenschaftler Holger Adolph und Herr Heribert Engstler M.A.;

"Räumliche, infrastrukturelle und technische Umwelten als Ressource": Herr Prof. Dr. Hans- Werner Wahl;

"Rechtliche Umwelt als Ressource": Herr Prof. Dr. Bernd Baron von Maydell.


Zu speziellen Fragestellungen hat die Kommission schriftliche Expertisen von Expertinnen und Experten eingeholt. Diese Arbeiten werden unter dem Namen der Autoren in den Materialbänden zum Dritten Altenbericht im Buchhandel veröffentlicht. Die Informationen dieser Expertisen sind – teilweise unmittelbar – mit in den Bericht eingegangen. Dies gilt auch für Erkenntnisse aus Anhörungen und Workshops mit Expertinnen und Experten.

In der Schlussphase der Arbeit an diesem Bericht bildete die Kommission eine Redaktionsgruppe. In dieser wirkten mit: H. Adolph, H. Engstler, K. Großjohann, A. Kruse, C. Tesch-Römer, H.-W. Wahl.

Der Bericht ist nach jeweils drei Lesungen der einzelnen Kapitel am 6. Juni 2000 von den Mitgliedern der Sachverständigenkommission verabschiedet worden. Allen, die zur Erarbeitung des Dritten Berichts zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland beigetragen haben, sei ausdrücklich gedankt. Insbesondere dankt die Kommission dem Leiter der Geschäftsstelle der Kommission, Herrn Heribert Engstler M.A., sowie dem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Herrn Dipl.-Sozialwissenschaftler Holger Adolph, für die hervorragende wissenschaftliche und organisatorische Begleitung der Kommission in allen Phasen der Kommissionsarbeit.

Inmitten der Arbeiten am Bericht starb am 28. Januar 1999 das Kommissionsmitglied Frau Prof. Dr. Margret Baltes, Leiterin der Forschungsgruppe Psychologische Gerontologie der Freien Universität Berlin. Für die Kommission bedeutete der Tod von Frau Baltes einen großen Verlust. Die Kommission hat die von Frau Baltes eingebrachten Anregungen und Perspektiven in vielfacher Hinsicht in die einzelnen Kapitel integriert. Sie blickt mit Dank auf die gemeinsamen Sitzungen mit Frau Baltes zurück.



Im Juni 2000

Andreas Kruse

Vorsitzender der Dritten Altenberichtskommission



 
link Gerontologie

Vorwort

Kapitel

Ressourcen des Alters aus individueller und gesellschaftlicher Perspektive

Wechselwirkungen zwischen individueller und gesellschaftlicher Verantwortung

Chancen und Anforderungen des Alters

Kompetenzen älterer Menschen

Ressourcen für ein mitverantwortliches Leben: Das Engagement älterer Menschen in sozialen Beziehungen sowie für unsere Gesellschaft

Kapitel 2

Altersbilder

Kapitel 3

Gesundheit und Versorgungssystem als Ressource

Die gesundheitliche Qualität der gewonnenen Jahre – bisherige Entwicklung und Perspektiven der behinderungsfreien Lebenserwartung

Somatischer Gesundheitszustand

Psychischer Gesundheitszustand

Pflegebedürftigkeit — statistische Angaben

Gesundheits- und Pflegeversorgung

Therapie- und Versorgungsaspekte: Die Potenziale zur Behandlung älterer Patienten mit psychischen Störungen

Pflegerische Versorgung

Perspektiven der Finanzierung und Vergütung einer integrierten Versorgung

Kapitel 4

Arbeit und Arbeitswelt als Ressource

Erwerbsbeteiligung, Erwerbslosigkeit und Erwerbsformen Älterer

Ältere Arbeitnehmer aus betrieblicher Perspektive

Zur Veränderung betrieblicher Personalpolitik

Ressourcen, Einbußen und Kompensationsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer

Der Übergang in den Ruhestand

Kapitel 5

Ökonomische Ressourcen im Alter

Quellen und Determinanten der Einkommens- und Vermögenssituation im Alter

Zur Einkommenslage im Alter in den neunziger Jahren - Unterschiede und Entwicklungslinien

Heterogenität der Einkommenslage in Westdeutschland

Armut im Alter

Vermögensbestände

Entwicklungstendenzen der Einkommenslage I: Einige Ergebnisse der AVID ’96

Entwicklungstendenzen der Einkommenslage II: Ergebnisse der Simulationsstudien

Kapitel 6

Soziale Ressourcen

Austausch und Hilfe in sozialen Netzwerken

Bürgerschaftliches Engagement

Kapitel 7

Räumliche, infrastrukturelle und technische Umwelten als Ressource

Kapitel 8

Rechtliche Umwelt als Ressource

Kapitel 9

Literaturliste