Altersbilder werden geprägt durch:
Welche der vielfältig angebotenen Einzelinformationen über das Alter von uns ausgewählt und bewertet werden, hängt von den personalen- (z.B. Motiven) und momentanen situativen Gegebenheiten der wahrnehmenden Personen ab wie auch von den Merkmalen der angebotenen Inhalte über ältere Menschen.
Auch für das Altersbild gilt: Ohne uns ein Bild von Dingen oder anderen Menschen zu formen, ist keine Verständigung möglich. Bilder dienen dazu, die (Um-) Welt zu strukturieren, sie erklärbar und vorhersehbar zu machen. Zu wissen, was der andere "für ein Mensch" ist, gibt dem Wahrnehmenden eine Orientierung, wie er sich verhalten soll und mit welchen Reaktionen er beim anderen zu rechnen hat.
Die Vorstellungen, die Bilder, die für einen
bestimmten oder eine Gruppe von alten Menschen oder für alle
alten Menschen bestehen, schlagen sich nieder in Begrifflichkeiten
wie z. B. "Alterskapital", "Alterslast", "Wartung", "junge/alte
Alte", "Pflegefall", "Alterskompetenz", "Hochbetagte", "alte
Jungfer", "Überalterung", "ergraute Welt", "Knacker".
Diese Bilder vom Alter erzeugen neue Wirklichkeiten, die sich z. B.
in Vorurteilshaltung gegen das Alter niederschlagen. (Man nennt das
im Amerikanischen: "ageism". Siehe auch:
Altersdiskriminierung)
Hierdurch wird sowohl das Verhalten einzelner gegenüber
Älteren als auch von Gesellschaftsgruppierungen gegenüber
Älteren beeinflusst und Älteren ihre gesellschaftliche
Plazierung zugewiesen
Vieles, was Ältere über ihre Lebenssituation und
über das, was andere Alte tun, erleben, erfahren, prägt
ihre Einstellung zum Leben und gewinnt unter Umständen die
Qualität einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung .
Es gibt Befürchtungen, dass die "neuen" oder "jungen Alten"
als "Parasiten" der Gesellschaft angesehen und dadurch ausgegrenzt
werden könnten und dass die "anderen", auf Hilfe angewiesenen
alten Menschen in Außenseiterrollen gedrängt und
abgewertet werden könnten.