Gerontopsychiatrie  
   

Psychische Störungen im Alter


Gerontopsychiatrie


Wahn

Definition von Wahn, Formen von Wahn, Vorkommen von Wahn, Umgang mit Wahnkranken


Ein Wahn ist eine nicht korrigierbare Überzeugung, die unbeeinflussbar durch Erfahrung ist

  • Wahn zeichnet sich durch absolute Gewissheit aus, obgleich niemand den Inhalt teilt

  • Wahn führt zu einer Doppelgleisigkeit der Lebensweise bei oft gleichzeitig realitätsgerechtem Verhalten

  • Ursache des Wahns ist oft eine Störung der mitmenschlichen Begegnung, Vertrauensverlust


Wahnthemen Wahninhalte Vorkommen
Beziehungswahn Alle Geschehnisse passieren wegen dem Kranken, da ihm etwas bedeutet werden soll (z. B., was im Radio gesagt wird) Schizophrenie
Beeinträchtigungswahn Alle Ereignisse, Geschehnisse sind gegen den Kranken gerichtet Psychosen im Alter
Verfolgungswahn Ein Verfolgungswahn ist eine Steigerung des Beeinträchtigungswahns. Ein Komplott wird gegen den Wahnkranken geschmiedet (z. B. Vergiftung, Erschlagen, Quälen, Töten... etc.) Akute und chronisch exogene Psychosen (z.B. Demenz), Schizophrenie
Beeinflussungswahn Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Gedankenentzug Schizophrenie
Liebeswahn Überzeugung, von bestimmten Personen geliebt zu werden, auch wenn man sie nur flüchtig kennt  
Eifersuchtswahn Eifersuchtswahn kommt häufiger bei Männern vor: man fürchtet Nebenbuhler, auch wenn die Frau nur kurz beim Einkaufen ist Schizophrenie, Psychosen im Alter
Größenwahn unrealistische Selbstüberschätzung affektive, manische Psychose, organische Psychosen
Kleinheitswahn, Nichtigkeitswahn, Schuldwahn, Versündigungswahn Gefühl der Wertlosigkeit affektive depressive Psychose



Wie entwickelt sich ein Wahn?

Gerade bei älteren Menschen spielen körperliche und soziale Faktoren eine wichtige Rolle bei der Wahnentstehung.
Zunächst entsteht eine Wahnspannung, die manchmal auch als Wahnstimmung oder Wahnbedürfnis bezeichnet wird.
In der Wahnspannung erscheint die Welt verändert, unheimlich und bedrohlich, ohne dass der Wahnkranke Bestimmtes bezeichnen kann. Es wird vermutet, dass die Wahnspannung durch belastende Ereignisse entsteht, die den Menschen mit inneren Eigenschaften und Defekten konfrontiert. Aus der Wahnspannung entwickelt sich die Wahngewissheit, der manifeste Wahn. Die Ausgestaltung einzelner Wahnerlebnisse zu einem Wahnsystem oder Wahngebäude bezeichnet man als Wahnarbeit. Die Wahndynamik wird durch die affektive Teilnahme am Wahn beschrieben.



Umgang mit Wahnkranken

  • Wahn akzeptieren und sich einfühlen in die aus dem Wahn resultierenden Ängste, da der Wahn Realität für den Kranken ist.

  • Wahn nicht ausreden, aber auch nicht teilen (z.B.... ich kann mir nicht vorstellen dass......, aber für Sie muss es eine schreckliche Qual sein)

  • Symbolgehalt des Wahnthemas verstehen und nicht buchstäblich nehmen

  • Manchmal sinnvoll: Ablenken vom Wahn und für andere Dinge motivieren

  • Beziehung zum Wahnkranken aufbauen, Angst, Misstrauen verringern

  • Gesunde Anteile des Wahnkranken verstärken und fördern


 

Leitsymptome psychischer Störungen im Alter

Orientierungsstörungen im Alter

Wahn im Alter

Halluzinationen im Alter

Demenz-Erkrankungen

Akute Verwirrtheit

Anregungen zum Orientierungstraining

Anregungen zum Gedächtnisttraining

Anregungen zum Resensibilisierungstraining

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