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Rund um Begrifflichkeiten der Pflege Operationalisierungsvorschläge des PflegebegriffsGanzheitlichen Pflege Warum der Anspruch einer "ganzheitlichen Pflege" für die Altenpflege- und Krankenpflegepraxis obsolet ist? Pflegeorganisation Was Altenpflege und Krankenpflege unter den Begriffen Funktionspflege, Bezugspflege, Bereichspflege verstehen? Grundpflege - Behandlungspflege Geschichtlicher Hintergrund der Begriffsspaltung und Folgen für die Berufspraxis der Krankenpflege und Altenpflege Beziehungsgestaltung in Altenpflege und Krankenpflege Zur Berufsbezeichnung "Krankenschwester" Ausbildung Altenpflege & Krankenpflege Ausbildung Altenpflege & Krankenpflege quo vadisDie Pflege Berufe erhalten neue gesetzliche Grundlagen, wovon man sich eine verbesserte Versorgungsqualität für pflegebedürftige Senioren verspricht. Auslandsanerkennung der Pflegeausbildung Anerkennung der Pflegeausbildung im AuslandGeschichtliche Aspekte der Pflege Altenversorgung Altenpflege im WandelGeschichte der Altenpflege-Krankenpflege Pflege-Fachberufe und ihr geschichtlicher Hintergrund Altersbild Das Altersbild im Wandel der Geschichte |
Altenpflege - Krankenpflege: Informationen aus Altenpflege & KrankenpflegePflegewörtlich übernommen aus Vierter Altenbericht der Bundesregierung Kap. 4.6.4.2 ff Als allgemeine Orientierung pflegerischen Handelns kann die bereits 1980 formulierte Definition von Pflege der American Nurses Association gelten, wonach "Pflege die Diagnostik und Behandlung menschlicher Reaktionen auf gesundheitliche Probleme" ist ("Nursing is the diagnosis and treatment of human responses to actual or potential health problems", American Nurses Association (ANA) 1980). Diese Definition ist allerdings so unspezifisch, dass sie für viele andere Gesundheitsberufe ebenfalls zutrifft. Pflegerischer Focus ist primär das Kranksein oder Beeinträchtigtsein und nicht die Krankheit und deren Ursachen. Pflege beschäftigt sich mit den Folgen gesundheitlicher Beeinträchtigungen auf Fähigkeiten und Handeln, die für das alltägliche Leben benötigt werden. Eine Reihe abstrakter Modelle bietet unterschiedliche Strukturierungen dieser Fähigkeiten und des Handelns an, die konkreten Strukturierungsvorschläge sind allerdings kaum theoretisch und selten empirisch begründet. Bereits im 18. Jahrhundert wurden hierfür die hippokratischen "sex res non naturales" (Olbrich, C. 1990) bemüht.Neuzeitliche Operationalisierungsvorschläge sind vor allem durch Hendersons 14 Grundbedürfnisse geprägt, deren Definition bereits 1963 auch in Deutsch erschien. Am bekanntesten in Deutschland wurde das darauf aufbauende britische Modell der Lebensaktivitäten von Roper et al. (1993) vor allem in seiner Modifikation nach dem verbreiteten Pflegelehrbuch von Juchli (1994), und speziell in der Altenpflege dessen Erweiterung durch Krohwinkel (1993). Allen gemein ist der Versuch, die für ein Alltagsleben notwendigen Handlungen zu fassen und diese mit dem biopsychosozialen Menschenbild in Einklang zu bringen. So enthalten die Lebensaktivitäten sowohl Körperfunktionwie das Atmen, die Mobilität als auch psychosoziale Funktionen wie die Kommunikation oder das Gleichgewicht zwischen Arbeiten und Spielen (vgl. auch sex res non naturales), oder Funktionen zum eigenen Schutz wie die Gestaltung einer sicheren Umgebung. Krohwinkel schließlich hat diese handlungsorientierte Kategorisierung erweitert um "existenzielle Erfahrungen" wie z. B. Angst, Hoffnungslosigkeit oder auch Schmerzen. Sie bezeichnet sie als "Aktivitäten und Existenzielle Erfahrungen des Lebens" (AEDL) (Krohwinkel 1998). Eine umfassende Pflege wäre hier die Berücksichtigung aller AEDLs, sofern dies individuell erforderlich ist, die Analyse ihrer Zusammenhänge, und vor allem die Beurteilung und Förderung der Fähigkeiten. Zu Konfusionen führt der Begriff Lebensaktivitäten aus den genannten Pflegemodellen mit den "Activities of Daily Living", wie sie in der Gerontologie und Epidemiologie gebräuchlich sind (z. B. Katz et al. 1963, Mahoney, F.I. & Barthel 1965), weil letzterer nur einen kleinen Ausschnitt der erstgenannten beinhaltet. Der eng gefasste Begriff der Aktivitäten des täglichen Lebens aus der Gerontologie beschreibt aber recht genau die in § 14 SGB XI so bezeichneten "gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens". Pflegefachlicher Konsens ist jedoch, dass die pflegerischen Aufgaben weit über die Hilfe und Unterstützung bei diesen "Verrichtungen" hinausreichen, was u. a. zu großen Schwierigkeiten mit der Umsetzung des SGB XI in der beruflichen Pflegepraxis führt. Etwas unvermittelt und oft nicht konsequent in die Modelle eingebunden ist das Sterben. Bei Roper et al. (1993) gibt es neben elf anderen Lebensaktivitäten auch eine namens "Sterben", bei Juchli (1994) wird dies untergeordnet in "Sinn finden im Werden – Sein Vergehen" und bei Krohwinkel (1993) erscheint das "Sterben" unter den "Existenz gefährdenden Erfahrungen" Literatur
Juchli, L. (1994): Pflege. Praxis und Theorie der Gesundheits-
und Krankenpflege. 7. Aufl. Stuttgart: Thieme. |
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