Die stationäre Altenhilfe der vergangenen
zehn Jahre orientierte sich am Konzept des Wohnens in einer
Einrichtung. Früher wurde eine strikte Funktionszuweisung nach
Bedürftigkeitsgrad der Bewohner in Heimtypen vorgenommen und
in Altenwohnheim, Altenheim und Altenpflegeheim unterschieden.
Heute gilt der Leistsatz: "Es wird gepflegt, wo gewohnt wird".
Demzufolge findet man in den meisten
Einrichtungen der stationären Altenhilfe eine Kombination der
traditionellen Heimtypen "Altenwohnheim", "Altenheim",
"Altenpflegeheim" unter einem Dach. Sowohl hinsichtlich der Anzahl
als auch nach der Platzzahl ist das Altenpflegeheim die
bedeutendste Wohnform für Senioren außerhalb der
normalen Wohnungen.
Die Nachfrage der Senioren nach dem klassischen Altenheim
geht stark zurück. Viele Altenheime wurden in Altenpflegeheime
oder in Wohnheime/Betreutes Wohnen umgewandelt. Altenwohnheime
entwickeln sich immer mehr in Richtung "betreutes Wohnen".
| Merkmale institutionalisierter Wohnformen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Wohnform | Beschreibung | Angebot an Hilfen | Vorteile | Nachteile |
|
Altenwohn- heim |
Geschlossene, kleine Wohnungen im Heim, eigenständige Haushaltsführung | Versorgungssicherheit, Notrufanlage, Anspruch auf Pflegeplatz | Ggf. Autonomie, Möglichkeit zum Mittagessen in Gemeinschaft | Nur Gleichaltrige, weiterer Umzug bei bestimmtem Grad von Pflegebedürftigkeit |
| Altenheim | Zimmer bzw. Kleinappartement in einem Heim, eigene Möbel, z. B. mit Nasszelle | Haushaltsführung wird abgenommen (Putzen und Essensversorgung) | Gesicherte hauswirtschaftliche Hilfen | Autonomieverlust, nur Gleichaltrige, weiterer Umzug u.U. bei bestimmtem Umfang von Pflegebedarf |
|
Altenpflege- heim |
Einzel- oder Mehrbettzimmer, einzelne private Einrichtungs-gegenstände | Umfassende pflegerische Versorgung (primär physisch) | Gesicherte hauswirtschaftliche und pflegerische Hilfe | Geringste Autonomie |
Quelle:
MBW NRW/KDA. Neue Wohnformen
für ältere Menschen. 1995.
Literatur:
Zweiter Altenbericht der Bundesregierung
S.124.